Peristyl vs Madang
Komparative Analyse der Innenhöfe und Raumkomposition der Typologien des koreanischen „urbanen Hanoks“ und des griechischen „Peristylhauses“

So vielzählig kulturelle Unterschiede auf der Welt sind sounterschiedlich können Wohnbehausungen dieser sein. Klimatische, kulturelle, soziale und geographische Umstände formen unterschiedliche Architekturen, die dem Menschen Schutz und ein Zuhause bieten. Dennoch ähneln sich einige Wohntypologien, obwohl sie geographisch weit voneinander weg liegen und historisch von keinerlei Verwandtschaft auszugehen ist. Zum einen das griechische Peristylhaus mit seinem Peristyl und zum anderen das südkoreanische urbane Hanok mit seinem madang.
Der Vergleich basiert auf der Prämisse, dass das urbane Hanok bezüglich der Raumkomposition Ähnlichkeiten zu dem griechischen Peristylhaus aufweist und beide einen zentralen Innenhof verfügen. Ziel des Vergleiches ist es a) die Raumordnung der Typologien zu untersuchen und die Verbindung zum Innenhof zu entschlüsseln b) die Bedeutsamkeit der Höfe zuuntersuchen und Ähnlichkeiten zwischen den Höfen und daraus resultierend Hofhaustypologien aufzuzeigen.


Zusammenfassend konnten Ähnlichkeiten zwischen beiden Typologien herausgearbeitet werden. Beide Typen finden im städtebaulichen Kontext statt und grenzen sich von Straßenraum ab. Der zentrale Innenhof wurde bei beiden Wohnhäusern als Haupterschließungsmittel erkannt, welcher allerdings weitaus mehr Funktionen übernimmt.
Historisch resultierend bietet sowohl der madang als auch das Peristyl die Möglichkeit, den Hausherrn eine Fläche zu bespielen, die als Werkstätte, Lagerplatz oder Veranstaltungsort genutzt werden kann. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Bodenfläche größtenteils frei bleibt, damit eine Klimatisierung des Hofes ermöglicht werden kann. Beide Höfe wirken so als Klimagerät und Lichthof für die Typologie. Beim Hanok fungiert das maru als Spielpartner für den madang.
Die Analysearbeit kommt zum dem Schluss, dass die Prämisse bestätigt werden kann. Sowohl Raumkompositionen mit ihren Verbindungen zum Innenhof als auch die Relevanz der Innenhöfe für die Typologie weisen Gemeinsamkeiten auf. Die Räume scheinen zunächst nicht miteinander verwandt zu sein, doch teilen sie dieselben Funktionen, beziehungsweise stehen in derselben Relation zu ihren Innenhöfen. Die Integrität, also Einbindung in die Typologie, der Innenhöfe besitzen einen gleichartigen Charakter, wobei sie nicht nur relevant für ihre Typologien sind sondern auch zum Hauptmerkmal ihrer Typologie werden und somit einen Genotypen darstellen.
Jahr
2024
Kompetenzen
Forschung
Studium an
RWTH Aachen University
Lehrgebiet
Lehrstuhl und Institut für Kunstgeschichte
Prüfer
Univ.-Prof. Dr. Alexander Markschies
Abbildungsverzeichnis:
Abb. 1: Alexander G. McKay, Römische Häuser, Villen und Paläste,1980, Abb. 33
Abb. 2: Internetseite; zuletzt geöffnet am 10.03.2024
Abb. 3: Reproduktion von Erika Brödner, Wohnen in der Antike, 1989, Abb 11a
Abb. 4: Reproduktion von Hyo Won Sea & Youngwoo Kim, Dismantlement, 2022
Team
John Bergmann
Dennis David Spilka
